Früher oft nur durch das Azoren-Hoch bekannt – standen die geheimnisvollen Inseln mitten im Atlantik schon lange auf meiner Urlaubwunschliste. Vulkankegel, Kraterseen, tropische Pflanzen und ein Blumenmeer aus Hortensien bestimmen die Landschaft.


Mitte Juni 2013 war es dann soweit, nach wochenlangen Reise- und Wanderführerwälzen ging es endlich los.
Ab/bis München flogen wir mit Tap Air Portugal über Lissabon auf die Hauptinsel der Azoren Sao Miguel. In Ponta Delgada angekommen übernahmen wir unser Auto und bezogen unser erstes Quartier. Am Spätnachmittag machten wir den ersten Erkundungsrundgang. Vom Hotel aus waren es nur ein paar Meter zum Hafen und von dort aus entlang der Marina gelangten wir direkt ins Zentrum – dort genossen wir die letzten Sonnenstrahlen. Schwarzes Kopfsteinplaster mit weißen Steinmustern zog sich durch die Gassen, entlang der Kirchen, botanischen Gärten und Baudenkmäler. Die Festung liegt oberhalb des Hafen und wir konnten bunte Fischerboote und Kutter bewundern.
Sao Miguel ist abwechslungsreich und wartete mit einigen Überraschungen auf, davon konnten wir uns die nächsten Tage selbst überzeugen.

 

Die Teeplantage im Norden Che Gorreana stand unter anderem auf unserem Programm, wer hätte gedacht, dass auf den Azoren Tee angebaut wird? Die kleine Fabrik kann man einfach besuchen, man läuft durch die einzelnen Hallen und kann die Teeproduktion Schritt für Schritt nachvollziehen. – Es bietet sich ein Spaziergang entlang der Teeplantage an, von der man traumhafte Blicke aufs Meer genießen kann. Wir waren zur Zeit der Tee-Ernte unterwegs und durften selbst unsere Teepflückereigenschaften testen und mithelfen. Den wohlschmeckende Grün- und Schwarztee kann ich jetzt noch immer zu Hause genießen und denke mit Wehmut zurück.

Sehr ungewöhnlich fand ich auch die Besichtigung der Ananasplantage oberhalb vom Stadtzentrum. In den Gewächshäusern konnten wir die einzelnen Wachstumsstadien der Ananaspflanze sehen und danach leckere frische Ananas testen und kaufen.

Auf dem Weg ins Landesinnere zum Ausgangspunkt unserer Wanderungen stehen Kühe mitten auf der Straße – Bauer sind auf Pferden als Fortbewegungs- und Transportmittel unterwegs. Meterhohe Hortensienbüsche prägen das Landschaftsbild. Die rosa, blaue und weiße Blütenpracht setzt tolle farbliche Akzente.

Die Wanderung entlang der beiden verschiedenfarbigen Kraterseen Sete Citades, hoch zum Aussichtspunkt Vista do Rei und entlang des Kraterrandes zurück bietet grandiose Ausblicke aufs Meer und die vulkanische Landschaft.
Nach getaner Arbeit haben wir uns ein Bad verdient. Ein kleiner Weg, gesäumt von Baumfarnen und tropischen Bäumen führt uns zum Wasserfall mit eisenhaltig warmen Wasser und einem Badevergnügen in der Caldeira Velha steht nichts im Weg. Ein toller Badeplatz nach einer Tour ist auch die Ponta da Ferraria, heiße Wasserquellen strömen in den Atlantik und man kann in warmen Wasser plantschen.

Unsere Erkundungen brachten uns auch zu den heißen Quellen, blubbernden Schlamm und Schwefelgeruch von Furnas. 22 Quellen unterschiedlicher Temperatur eignen sich als Thermalquelle zum Baden oder trinken bzw. auch zum Kochen. Ich kann nur das inseltypische Cozido, Vulkangekochtes empfehlen. Am See wird unser Mittagessen in den vulkanischen Boden gesenkt und das Gemüse und Fleisch wird schonend gegart.

Durch den Parque Terra Nosta machten wir nach dem Essen einen gemütlichen Spaziergang und bestaunten die Pflanzenwelt. Ein Badeteich mit rötlich-braune Farbe schreckte uns nicht ab und wir badeten in 30 Grad warmen Wasser in unglaublicher Umgebung.
Wir verließen die Hauptinsel und flogen mit der nationalen Fluggesellschaft Sata Air Acores weiter auf die Insel Pico mit dem gleichnamigen Vulkan.

Beim Landeanflug konnte ich schon erkennen, das Pico ganz anderes ist… schwarze Lavasteine, und das grüne bergige Hinterland und über allem thront der höchste Berg Portugals, der Pico. Am Flughafen angekommen übernahmen wir wieder einen Leihwagen und machten uns über das historische Weinanbaugebiet (UNESO Weltkulturerbe) und die Gruta das Torres – 5 km lange Lavahöhle die man begehen kann auf dem Weg in den Süden der Insel nach Lajes do Pico.

Wir bezogen unser kleines süßes Hotel das zu einer der örtlichen Walbeobachtungsstationen gehört und buchten für den nächsten Morgen unsere erste Ausfahrt. Nach einem ausführlichen Briefing durften wir mit Schwimmweste ausgerüstet auf unser kleines 10 Personen Zodiac Boot mit fachkundiger Begleitung. Schon nach kurzer Zeit begleiteten uns die ersten Delphine und bei der halbtägigen Tour erwartete uns noch viel mehr. Tümmler, gewöhnliche Delphine, und von weiten sahen wir schon immer die Flukken der Wale die sich rundum die Bucht aufhielten. Plötzlich tauchte eine Pottwalmutter mit Kind nur 4-5m vom Boot entfernt auf und schwamm ruhig näher auf unser Boot zu und tauchte dann nach ein paar Atemzügen direkt neben uns ab. Gänsehautfeeling… dieses Erlebnis werde ich so schnell nicht vergessen.
Den Sichtungserfolg dankten wir dem Walbeobachtungsturm oberhalb des Meeres. Den ganzen Tag erkunden fachkundige Biologen die Wale der Region, anhand der Flukke wissen Sie genau, welcher Wal sich wieder in den Gewässern vor Pico aufhält und wie lange dieser bleibt.

Heute stand pures Gipfelglück am Programm, aber dafür auch frühes Aufstehen. Schon um 3 Uhr morgens machten wir uns auf den Weg zur Casa da Monthana. Nach kurzer Registration und Abklären der Wetterprognose machten wir uns mit Stirnlampe bewaffnet auf den Weg zum Pico, 2351m hoch. Steil windet sich der Weg entlang erkalteter Lavaströme hoch hinauf, Pfosten dienen als Markierung und zeigen uns den Weg nach oben. Als wir nach Mühen den Kraterrand zum Sonnenaufgang erreichten, war es Gipfelfreude pur und wir hatten nur noch ein paar Meter hoch zum Kegelspitz. Warmer, schwitzender Fels, heißer Dampf der aus den Lavaspalten dringt und Schwefelgeruch zeigt uns das der Pico nur ein schlafender Vulkan ist. Jetzt konnten wir den traumhaften Blick über die Insel und auch auf die Nachbarinseln Sao Jorge und Horta genießen bevor wir mit unseren Abstieg begannen.

Faial - die Nachbarinsel - mit der Hafenstadt Horta war unser nächstes Ziel. Unser Mietwagen wurde am Hafen abgegeben. Samt Gepäck bestiegen wir die Fähre, brachten eine stürmische, 30minütige Überfahrt hinter uns und wieder wartete ein ganz anderes Flair. Weltumsegler tummeln sich am Hafen, jeder Segler malt am Hafenbecken auf den Boden ein Bild und gibt Infos zu seiner Weltumseglung. Es stehen die tollsten Boote im Hafen und das kosmopolitische Durcheinander aus Jetsettern und Naturliebhabern ist einmalig.

Die nächsten Tage erkundeten wir wieder mit einem Leihwagen die Insel. Unter anderen war die Mondlandschaft von Faial unser Ziel. Unseren Wanderproviant kauften wir in der Käserei Moro. In diesem Familienbetrieb gibt es cremigen Joghurt mit Ananas (aus Sao Miguel) und würzigen Käse. Über eine Kette von Vulkankratern wanderten wir nun zum Capelinhos. Dort besuchten wir das Vulkanmuseum und bestiegen den Leuchtturm.

An unserem letzten Abend auf Faial genießen wir den obligatorischen Gin Tonic im über 100 Jahre alten Peter Cafe Sport im Hafen von Horta und denken wehmütig an unsere Tage auf den Azoren. Mit frisch gegrillten Meeresspezialiäten und Wein der Insel Pico ziehen wir Resume und beschließen, wieder zu kommen.

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