Kolumbien - Eine Reise in das Land von El Dorado!

Kaffee, Kokain und Pablo Escobar. Diese drei Dinge fielen mir vor meiner Reise zum Thema Kolumbien ein. Doch jetzt entsteht in meinen Kopf sofort ein Film von atemberaubenden Landschaften. Von den Gletschern bedeckten Gipfeln der Anden bis zu den azurblauen Strände der Karibik. Bilder von charmanter Kolonialarchitektur wechseln sich mit den Hochländern in der "Zona Cafetera" ab. Das Ganze wird mit Salsa Musik umrahmt, zu den Menschen die vor Lebensfreude sprühen, tanzen und singen.

In den vier Wochen unserer selbst organisierten Rucksack-Reise, kam es zu keiner einzigen beängstigenden Situation. Uns wurde nichts geklaut, wir wurden nie bedroht, uns wurden nie Drogen angeboten.
Trotzdem war es eine Reise wie im Rausch. Wir wurden süchtig nach diesem aufregenden Cocktail aus südamerikanischer Lebensart und karibischem Flair. Wir wurden high von den wunderschönen Landschaften, die abwechslungsreicher nicht sein konnten.

Bienvenido in Bogota - Kolumbiens pulsierende Hauptstadt in den Anden. Diese schüttelt gerade ihren einst schlechten Ruf ab und wandelt sich von Südamerikas Bad Boy in einen Geheimtipp! Raus aus dem Flieger, schnell ins Taxi und rein ins Vergnügen. Wir sind außer Atem. Weil unser Abenteuer in einem Land beginnt, dass vor wenigen Jahren noch als gefährlichstes Land der Welt galt. Und vor allem, weil hier oben die Luft schon etwas dünner ist. Denn mit einer Höhe von 2600M zählt Kolumbiens Hausstadt zu den am höchsten gelegenen Metropolen der Welt. Es empfiehlt sich in dem trendigen Viertel "La Candelaria" abzusteigen. Am nächsten Tag geht es erst mal noch höher hinaus. Wir erklimmen früh morgens den "Cerro de Monserrate" - schon ein bisschen anstrengend, denn dieser Großstadtgipfel liegt auf 3200 M. Belohnt wird man durch die tolle Aussicht.
Bogota hat so viel zu bieten, z.B einen Goldrausch. Doch für den heutigen Besucher Kolumbiens gestaltet sich die Suche nach dem Eldorado wesentlich einfacher als zur Zeit der Conquista. Man muss nur das "Museo del Oro"besuchen.

Nach drei Tagen verlassen wir Bogota und wir reisen mit einem Nachtbus weiter. Am früher Vormittag erreichen wir "La Ciudad Blanca" - Popayan. Die Stadt ist sehr entspannt, sicher und günstig. Außerdem der perfekte Ort um 1-2 Tage zu entspannen. Hier kann man gemütlich, durch die wunderschönen Straßen an weißen Kolonialbauten vorbeischlendern. Museen, Kirchen, Brücken aber auch Action Programm ist hier geboten. Wir machen eine Mountainbike Tour zu den Thermalquellen von Coconuco. Der Schwefelgeruch ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber die natürlichen heißen Quellen sind sehr entspannend. Und vor allem lohnen sich die Eindrücke von den vom Tourismus unberührten kleinen Dörfer, die wir auf unsere Tour mit dem Draht Esel durchqueren.

Unseren nächsten Halt erreichen wir wieder mit dem Bus. Als wir am Bahnhof von Cali aussteigen, möchten wir am liebsten gleich wieder umdrehen. Der erste Eindruck ist rau, gefährlich und nicht sehr sauber. Unter all den Städten Kolumbiens ist Cali eine der Eigenwilligsten. Doch ein zweiter Blick lohnt sich, schon nach wenigen Stunden hat sich die Stadt in unser Herz getanzt. Aus großen Boxen wummert uns an jeder Ecke ein neuer Salsabeat entgegen. Musik, die in dieser hitzigen Atmosphäre geboren zu sein scheint. Die Tage verbringen wir mit Street Art und Food Touren, die uns zeigen wie besonders Cali ist. Doch das wirkliche Highlight in der Hauptstadt des kolumbianischen Salsas - das sind die Nächte. Nach einem Salsa Crash-Kurs wagen wir uns auch in die Clubs der Stadt. Eigentlich wollten wir uns nur an der Bar festhalten und zuschauen, doch das ist hier nicht möglich. Wir werden zum tanzen auf die Tanzfläche gezogen. Als das erste Morgenlicht auf die spektakuläre, offene Rooftop Bar des Clubs "La Pergula" trifft - fallen wir müde, aber glücklich ins Bett.


Und weiter geht es, jetzt sind wir mit dem Bus in Salento angekommen. Dies ist ein kleines Dorf in der kolumbianischen Kaffeeanbau-Region, im „Eje Cafetero“, gelegen inmitten von Bergen auf einer Höhe von 1895 Metern.
Wir beziehen unser Zimmer im "The Plantation House" zu dem auch eine große Plantage gehört.
Wenn es das Cocora Tal nicht schon gäbe, wäre es ein Fall für Hollywood. Bis zu 50 Meter recken die Wachspalmen ihre Kronen wie Rasierpinsel in den Himmel. Rund herum wogen Teppiche und Hänge von unverschämt satten Grün. Alte US Cheeps cruisen auf den Sandstraßen und echte Cowboys traben durch die Kulisse. Auf einer Tageswanderung erkunden wir das Cocora Tal.

Am nächsten Tag steht ein Ausflug Hoch zu Ross an. Wir unternehmen einen Ausritt durch die wunderschöne Landschaft. Ein tolles Erlebnis, denn die kleinen Pferde der Einheimischen haben Feuer im Hintern.
Bald schon ist Trauerstimmung angesagt, wir haben uns alle in Salento verliebt und müssen aber trotzdem weiterziehen.
Zum Abschied machen wir mit dem englischen Besitzer Timothy noch eine Tour durch sein selbst geschaffenes Paradies. Wir erfahren wie es von der kleinen Kirsche - zu dem schwarzen Zaubergetränk kommt.

"Als ich hier ankam, fand ich eine bezaubernde Stadt vor, umschlossen von Bergen, mit dem besten Kaffee der Welt. Darum bin ich geblieben.“ sagt der Hausherr. Wir verstehen dich Timothy, Salento du wirst uns fehlen!


Medellín galt früher als die gefährlichste Stadt der Welt. Heute ist sie die modernste, innovativste und kulturellste Stadt Kolumbiens. Die Heimatstadt des berüchtigten Drogenbarons Pablo Escobar ist auf den ersten Blick keine Schönheit.
Doch hier gibt es viel zu entdecken. Wir beschäftigen uns mit der Geschichte von Pablo Escobar. Wie aus dem Sohn eines kolumbianischen Viehzüchters einer der mächtigsten Drogenbosse der Welt wurde. In den 1970er Jahren baute es in seiner Heimatstadt, sein Drogenimperium auf. Ende der 80er Jahre war Escobar laut dem Forbes Magazin, der siebt reichste Mann der Welt und kontrollierte 80 Prozent des internationalen Kokain Marktes. Anfang der 90er Jahre erreichte der Drogenkrieg in Medellín seinen Höhepunkt. Im Schnitt wurden täglich 20 Menschen ermordet. Heute, über zwei Jahrzehnte später, sind in Kolumbiens zweitgrößter Stadt die Spuren seines berühmtesten Sohnes noch immer sichtbar. Touristen lassen sich zu den wichtigsten Stationen in Escobars Leben führen. Auch wir begeben uns auf eine Tour, die an seinem Grab endet. Im Dezember 1993 wurde Escobar auf der Flucht erschossen.



Unweit der Stadt gibt es Natur zu entdecken, z.B auf einen Tagesausflug nach Guatapé. Das Städtchen ist bekannt für seine kunterbunten Betonverzierungen, die die eigentlich unansehnlich unverputzten Backsteinbauten zu einem netten Hingucker machen. Doch gekommen sind wir wegen "El Peñol" – dem Felsen. Dieser gigantische Granit Monolith ragt wie aus dem nichts 200 Meter massiv in den Himmel. Nach dem Zickzack-Aufstieg genießen wir die atemberaubende Aussicht. Allerdings wird am Ende unserer Reise klar sein, in Medellín hat es uns am wenigsten gefallen.

Wir fliegen zur einer Perle der Karibik. Cartagena de Indias wird oft als schönste Kolonialstadt Südamerikas bezeichnet und verzaubert von der ersten Sekunde an mit ihrer malerischen Altstadt, quietschbunten Farben, rhythmischen Latinoklängen und einer ordentlichen Brise karibischem Lebensgefühl. Es gibt kein schöneres Gefühl als sich in der ummauerten Altstadt oder im ehemaligen Sklaven-, jetzt Künstler-Viertel "Gesemani" zu verlieren. Sobald die Hitze des Tages einer sanften Abendbrise weicht, tummeln sich die Menschenmassen auf den Plazas. Feurige Salsa Klänge erfüllen die Gassen und sämtliche Bars- und Restaurants verfrachten ihre Plastikbestuhlung nach draußen. Es duftet nach "Arepas con queso", den köstlichen kolumbianischen Maisfladen, die mit viel Käse gefüllt werden.


Ein Muss für Insel Fans sind auch die "Islas del Rosario". Diese bieten fantastische Foto-Motive, tolle Strände und eine ungemein entspannte, typisch karibische Atmosphäre, die sich auch auf die Besucher überträgt. Wem das noch zu viel Trubel ist, der taucht einfach in der traumhaften Unterwasserwelt ab.

Unser nächster Stopp ist Santa Marta. Hier gefällt es uns noch besser als in Cartagena. Santa Marta ist nicht ganz so aufpoliert für die Touristen, es ist authentischer. Die älteste spanische Siedlung Kolumbiens hat noch mehr zu bieten, als ihre traumhafte Lage zwischen Meer und Bergen. Santa Marta zählt zu den wichtigsten Kolonialstädten des Landes und ist heute mit ihrem Vorort El Rodadero beliebtes Ferienziel der Kolumbianer.  Wir brauchen jetzt Strand. Also rauf aufs Tuk Tuk und ab nach Palomino. Wir beziehen einen Traum von einem Bungalow, mit Hängematte direkt am Strand. "La Sirena" ist ein komplett ökologisches Hotel mit einem tollen vegetarischen Restaurant. Nach zwei komplett ruhigen Strandtagen, ruft uns wieder das Abenteuer.

"Dieser Park gehört den Kolumbianern.
All denen, die schon verstorben sind, all denen die jetzt leben und den vielen, die noch geboren werden."


Dieses Schild sehen wir als erstes am Eingang des "Parque Tayrona". Wir betreten eine mystische Welt. Was ist das Geheimnis von Tayorna? Es gibt keine Freizeitangebote für Touristen oder gar Hotelbauten. Der Park ist bis auf wenige Zeltplätze und hölzerne Board-Walks völlig naturbelassen. Im Park liegt kein einzelner Schnipsel Müll herum. Große Teile sind sogar gar nicht für Touristen zugänglich. Ein Hoch auf die Kolumbianer, dass sie dieses Paradies auf Erden schätzen und bewahren. So erkunden wir (und zugegeben viele andere Touristen) den National Park drei Tage lang zu Fuß. Türkisfarbenes Wasser, riesige runde Steine und der imposante Kontrast der Sierra Nevada haben uns einfach die Sprache verschlagen.

Unsere Reise geht zu Ende. Doch die Eindrücke werden bleiben ... es war aufregenden, wunderschön und so vielschichtig.
Als unser Flieger Richtung Heimat abhebt, sehe ich auf die Berge um mich herum und denke an den alten Spruch, dass die beste Droge das Leben an sich ist. Und niemals kam er mir wahrer vor als jetzt und hier, in Kolumbien.

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